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Operation: Spielzeug Vertrieb! Marktbereich: Deutschland!
Serie: Gama Toys
Jahr: 1985 (plus oder minus 1 Jahr)

Vorwort: Es war einmal ein kleiner Super Change Roboter namens Mechabot-1, der zu einem großen, starken Transformer namens Omega Supreme werden sollte. Er ging auf eine kleine Weltreise und als er dann in ein Land namens Deutschland kam, nannte er sich fortan Trans Robot. Dann vergingen mal eben 40 Jahre, plus minus, und er landete bei einem Typen namens Phil. Und da sind wir jetzt also. Los geht’s!

Robotermodus: Trans Robot ist natürlich der gleiche Roboter, der unter dem Transformers Banner als G1 Omega Supreme verkauft werden sollte. Er ist groß, er ist breit, und er trägt einen ganz Satz Bahnschienen hinten auf dem Rücken. Die Farben sind natürlich die des originalen Super Change Robot Mechabot-1, hauptsächlich grau und rot. Meiner Meinung nach sieht der Junge damit deutlich bedrohlicher aus als Omega Supreme, weswegen ich ihn auch gerne mal Nemesis Supreme nenne. 

Neben den unterschiedlichen Farben gibt es eigentlich nur einen großen Unterschied zwischen Trans Robot und Omega Supreme. Sowohl Omega Supreme als auch der originale Mechabot-1 hatten hinten auf dem Kopf ein Panzergeschütz, aber bei Trans Robot wurde dieses abgeschnitten und durch eine Radarantenne ersetzt. Warum? Keine Ahnung, kann mir nur vorstellen, dass es für den deutschen Markt nicht so als Kriegsspielzeug rüberkommen sollte. Denn deutsche Kinder sollten ja nicht mit Kriegsspielzeug spielen wegen dem Kram, der da so vierzig Jahre vor dem Erscheinen dieses Roboters hier passiert war. Auf jeden Fall ist Trans Robot die einzige Iteration dieses Spielzeugs mit Radarantenne am Kopf anstatt Kanonenrohr.

Ansonsten ist es das gleiche super-aussehende Spielzeug das es immer war. Zwei überraschend bewegliche Arme enden rechts in einer großen Klaue und links in einem massigen Blaster. Der Kopf kann sich drehen und die Beine so mehr oder weniger bewegen. Da ist ein Mechanismus im Inneren, der Trans Robot laufen lässt… also theoretisch. Siehe mein Omega Supreme Review, wie das eigentlich funktionieren sollte. Leider funktioniert das bei meinem Trans Robot nicht, obwohl die Elektronik ansonsten funktioniert. Der Kopf leuchtet nach wie vor, aber aus irgendeinem Grund ist der Laufmechanismus wohl hin. Vielleicht lässt sich das reparieren, mal gucken.

Wenn man sich Trans Robot von hinten anguckt, dann sieht man auch, dass meine Version nicht ganz komplett ist. Normalerweise müssten da vier rote Verbindungsstücke sein - zwei große, zwei kleine – die die Beine zusammenhalten, aber je eines davon fehlt. Ist aber nicht schlimm, je eines auf jeder Seite reicht, dass die Beine stabil bleiben. Und kleine Randnotiz: obwohl er Trans Robot heißt, hat er noch die Sticker des originalen Roboters an den Beinen mit den Initialen „S.C.R. MB-1“.

Eines der Hauptfeatures dieses Spielzeugs ist natürlich, dass er praktisch ein laufendes Schienennetz ist. Trans Robot trägt sechs Schienen-Teilstücke auf dem Rücken, die man in diversen Varianten anbringen kann. Die Standardvariante sind zwei nach außen gedrehte Halbkreise, aber man kann auch so eine Art „V“ bilden (siehe 5. Foto) oder sogar einen kompletten Kreis (siehe 6. Foto). Letzteres erinnert mich an ein Sternentor aus Stargate und ich kann praktisch hören, wie Omega Supreme sowas sagt wie: „Operation: Sternentor! Chevron Sechs: Eingerastet!“

Unterm Strich: Trans Robot ist ein phantastisches Vintage Spielzeug. Klar, er ist bei weitem nicht so beweglich wie moderne Transformers Figuren, aber das sollte er ja auch nie sein. Er ist einfach ein toller Roboter für seine Zeit, der komplexe Mechanik und Elektronik mit überraschend guter Beweglichkeit kombiniert und einfach genial aussieht. Also, zwei Daumen hoch für den Robotermodus, wobei zugegebenermaßen einer davon Nostalgiebonus ist.

Alternativmodus: Wie auch Omega Supreme und Mechabot-1 ist Trans Robot jetzt nicht wirklich transformierbar, stattdessen zerfällt er in mehrere Einzelstücke, die dann neu angeordnet werden. Das größte Teilstück, der Torso mit dem Kopf, wird zum Panzer. Oder in diesem Fall zu einem Radarfahrzeug? Die Arme können nach wie vor als Geschütze dienen (und sind auch hier beweglich), aber das Hauptgeschütz fehlt hier und stattdessen gibt’s die Antenne. Theoretisch kann der Panzer auch selbst fahren, aber wie gesagt, meiner leuchtet nur.

Trans Robots Unterarme, der Rucksack und die Füße werden zu einer Rakete mit Abschussbasis. Hier schlagen die beiden fehlenden roten Verbindungsstücke etwas mehr ins Gewicht, da die größeren Teile die Füße fixieren, die die Seite der Rampe bilden. Aber wenn man’s nicht zu viel hin- und herschiebt, dann hält trotzdem alles. Und dann sind dann noch die Beine und die Schienenstücke vom Rücken, die zusammen einen ovalen Schienenkreis um die Abschussrampe herum bilden, auf denen dann der Panzer im Kreis fahren kann (sofern die Elektronik funktioniert). Das Ding hat eine recht große Grundfläche und passt gerade mal so in mein Fotostudio rein.

Insgesamt ist Trans Robots Alternativmodus schon ziemlich cool, aber es ist doch etwas nervig, ihn hin und her zu transfomieren. Persönlich lasse ich ihn dann doch lieber im Robotermodus, aber ich erinnere mich noch gut daran, als Kind in den 1980ern gedacht zu haben: Der Kerl wird zu einer riesigen Basis und der Panzer fährt tatsächlich auf den Schienen? Wie geil! Also, auch hier zwei Daumen hoch, in dem Fall dann vielleicht anderthalb davon für den Nostalgiebonus.

Bemerkungen: Obwohl der Takara damals der Hauptlieferant für die transformierenden Roboterspielzeuge für Hasbros Transformers Reihe war, waren sie nicht die einzigen. Da war u.a. auch Toybox, die ihren Super Change Robot Mechabot-1 beisteuerten, basierend auf einem Design von Tomy. Bei Hasbro sollte er dann Omega Supreme heißen. Aber wie bei vielen anderen japanischen Spielzeugfirmen auch, gab es auch hier bereits bestehende Lizenzvereinbarungen für den internationalen Vertrieb. In England wurde Mechabot-1 als Omegatron verkauft, in Italien als Megarobot, in Frankreich als Mecabot, und hier in Deutschland schließlich als Trans Robot, vertrieben von einer Firma namens Gama. Gama gab’s bereits seit 1882 und die meiste Zeit waren sie Hersteller von Metallspielzeug, aber in den 1980ern vertrieben sie eben auch Lizenzspielzeuge. 

Ein paar interessante Fakten aus meinen Recherchen über Gama Trans Robot: da wäre zum einen die Packung, welche fast 1:1 die japanische Packung ist, halt nur mit deutscher Beschriftung und einem anderen Logo. Besagtes Logo erinnert schon recht stark an das Design des ursprünglichen Transformers Logos. Allerdings konnte ich bei meinen Recherchen nicht genau ermitteln, wann genau jetzt Gama dieses Spielzeug hier auf den deutschen Markt brachte. Einengen konnte ich es auf die Zeit zwischen 1984 (wo Toybox ihren Mechabot-1 rausbrachte) und 1986 (wo Gama aufhörte japanische Figuren zu vertreiben). Angesichts des Logos würde ich sagen, dass die Leute bei Gama zumindest schon mal was von Transformers gehört hatten, als sie es designten. In England kam Omegatron wohl 1985 raus, also dürfte Trans Robot etwa aus der gleichen Zeit stammen.

Ich fand Trans Robot in einem Vintage Spielzeugladen in Berlin, der (passenderweise) den Namen Toyboxx trägt. Er war ganz oben auf einem Regal, von Staub bedeckt. Obwohl zwei der Verbindungsstücke fehlen und der Laufmechanismus nicht geht, war ich trotzdem sofort entschlossen und musste ihn kaufen. Daheim erkannte ich dann, dass das Gelenk der rechten Schulter gebrochen war, aber das ließ sich zum Glück reparieren. Vielleicht bringe ich eines Tages auch den Laufmechanismus wieder in Gang, mal sehen.

Was bleibt unterm Strich? Nun, ich habe echte Probleme damit, hier objektiv zu bleiben, zum einen wegen dem Nostalgiebonus, zum anderen weil ich den Jungen auf einem Trip in die alte Heimat Berlin mit meiner wunderbaren Frau zusammen fand. Aber es gibt ja schon einen Grund, warum Hasbro diese Figur hier für ihre Transformers Reihe haben wollte und Omega Supreme hat sich als Franchise Charakter etabliert. Und es muss ja auch einen Grund haben, warum diese Figur hier all die Jahre auf mich gewartet hat, oder? Für mich ist sie genial und ich bereue keine Sekunde, sie gekauft zu haben. Objektiv gesehen kann ich natürlich nicht sagen, ob sie für jemanden interessant ist, der mit einer anderen Generation Transformers (oder Roboter-Spielzeug allgemein) aufgewachsen ist als ich. Ich bilde mir schon ein, dass eigentlich jeder mit diesem Jungen hier Spaß haben kann, aber wie viel? Keine Ahnung. Aber am Ende schreibe ich diesen Text hier, das sind meine Reviews, also Scheiß drauf, dieser Typ hier ist genial und verdient eine passende Note.

Gesamtnote: 1 

 


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